Gedanken zur Gravitation  


Ein Vorwort, Das Wort zum Einsteinjahr 2005 sowie 3 Kurztexte (DPG)

Vorwort
Es zeigt sich mehr und mehr, dass ein angemessenes Verständnis der Gravitation der Schlüssel zu einer zukünftigen einheitlichen Theorie der Kräfte ist. Die intensive und umfassende Auseinandersetzung mit dem Gravitationsphänomen - aber auch mit unseren, nicht immer sachlichen Umgang mit ihm, - ist, unter Zurückstellung aller Vor-Urteile, jede Mühe wert. Es kommt für die Wissenschaft und für richtiges Verhalten nicht darauf an, ob jemand sich das Wie des Wirkens der Schwerkraft vorstellen kann, sondern nur auf einen, dem jeweiligen Zweck angemessenen Umgang mit dem Phänomen der Schwere, wie ich ihn von Newton geleistet sehe.

Naturphilosophisch bleibt jedoch die alte Kernfrage, "was die Welt im Innersten zusammenhält" (Goethe/Faust I), warum also Körper zueinanderhin schwer sind. Das ehemals auf dieser Seite hierzu veröffentlichte Lehrgedicht "Die Lehre von der Allgewalt der Schwere" mit einer Szene Faust/Newton ist seit Anfang Juni 2004 nunmehr als eigene Datei I/C7 bei den Texten zur Kosmologie und Raumfahrt zu finden (aber auch auf meiner "kleinen" Homepage ZEIT UND SEIN als Text [7]). Hier anschließend nun ein aktueller Beitrag zum Einsteinjahr 2005 und dann die beiden Abstracts meiner DPG-Vorträge von 1996 und 1997 zur Gravitation. Am Seitenende sind dann über einen Link beide Langtexte und weitere Gedanken zur Gravitation und zur aktuellen Gravitationswellen-Forschung zu erreichen. Ich denke, man sollte alle meine aus gutem Grund hier vereinigten Texte zur Gravitation gelesen haben, am besten auch noch das Lehrgedicht, bevor man sich dazu äußert, ob wir Einstein wirklich ein besseres Verständnis der Gravitation verdanken, wie immer gesagt wird. Gleichungen können ja hilfreich sein und sie sind auch immer mehr oder weniger genau. Es wird gezeigt, wie Newtons Gravitationsgleichung für Planetenbewegungen heute aus Unkenntnis oder absichtlich aus Missgunst missverstanden wird, obgleich sie für den großen Maßstab, für den sie verfasst wurde, noch immer nützlich und ausreichend ist. Bei Einstein geht es zumeist um sonnennahe Ereignisse, weshalb seine detailierteren Gleichungen dabei evtl. nützlicher sind, was aber automatisch noch nicht ein besseres Verständnis der Gravitation beweist. Eher ist im Kern eine große Gemeinsamkeit beider Physiker zu erkennen, wenn man Newton ohne Vorurteile liest, was jedoch unüblich geworden ist, weil es den Relativisten immer nur um den Anschein geht, dass Einstein, der Uri Geller des Raumes, Recht hat, wobei seine "Erklärung" der Gravitation mit dem Bild der "gebogenen Raumzeit", an Stelle Newtons rationaler Beschreibung zum erfolgreichen Umgang mit dem Gravitationsphänomen, eigentlich ein Rückfall in ein mythisches Denken ist, das eben mit starken Bildern arbeitet. Doch mit der malerischen "gebogenen Raumzeit" oder den ach so anschaulichen "Dellen in der Raumzeit" wird die Schwerkraft keinesfalls erklärt, wie es heißt, sondern werden nur ihre Folgen bildhaft, leicht konsumierbar dargestellt. Ohne die schon immer vorhandene, die Senkrechte definierende Newtonsche Gravitation gibt es weder gebogene Bahnen von Objekten im Raum noch von Körpern verursachte Dellen in einem Medium. Beide sind nur Scheinerklärungen mit Bildern des Augenscheins, während die wahre Ursache darunter verborgen bleibt. Und sie ist keineswegs trivial, wie die folgenden Texte zur Gravitation und zur Kosmologie zeigen. Siehe auch mein DPG-Referat von 2007 "Newtons Philosophie der Physik - zeitlos!" auf ZEIT UND SEIN als Anhang 5 sowie "Kosmologie ohne Scheuklappen" als Anhang 7.

Zum voraussichtlichen Abschluss meiner Vortragstätigkeit bei der DPG habe ich vor dem Fachverband "Gravitation und Relativitätstheorie" am 1. April 2011 am KIT in Karlsruhe im Rahmen meines Themas "Physik in Literaturform" (Kurztext unten) als letzten vor großem Publikum (voll besetzter Egon-Eiermann-Hörsaal) den damals gerade als "Philosophische Sentenz des Monats" geschriebenen neuen Text "Die Schwerkraft verstehen" vorgetragen, der in der nächsten Datei jetzt als 3. DPG-Langtext zu finden ist, gewissermaßen das Pendant zum Text "Die Schwerkraft einmal nicht missverstehen" der als "Das Wort zum Einsteinjahr 2005" unten folgt.

Gravitation und Quantenphysik  - Juni 2011 n e u !
Hier eine Zusammenfassung dessen, was wir von der Schwerkraft aus Erfahrung definitiv wissen und soliderweise sagen können: 1. Die Schwerkraft existiert; 2. Schwerkraft ist nicht abschirmbar, was bereits ein wichtiger Hinweis auf ihre Eigenart ist; 3. von einem Teilchen/Körper ausgehend, verteilt sie sich als Schwerefeld gleichmäßig im Raum; 4. jedes Objekt besitzt Schwerkraft und jedes unterliegt ihr; 5. beim Fallen im Schwerefeld kommt es nur auf dessen örtliche Stärke und resultierende Richtung an, nicht jedoch auf die Eigenschaften des Fallenden; 6. das Verhältnis von Masse/Energie eines Objekts und der Stärke seiner ihm zugehörenden Schwerkraft ist konstant (Gravitationskonstante) - auch für diesen Pkt. folgt die Begründung sogleich: 7. was wir im Zeitalter der Quantenphysik nämlich ebenfalls noch wissen können: auch die Schwerkraft ist ein Verschränkungsphänomen, verursacht vom sog. Urknall des von uns bewohnten Kosmos und durch diesen in ihrer Stärke festgelegt: 8. als Verschränkungsphänomen ist sie ohne Zeitfaktor; 9. das Schwerefeld ist so von Anfang an am Ort seines Wirkens, muss weder erst durch den Raum eilen, noch ihn zuvor "krümmen" o.ä.; 10. denke ich, dass die Reichweite des Schwerefeldes eines Objekts durch das Plancksche Wirkungsquantum begrenzt ist, d.h. ein Feld kann sich nicht beliebig verdünnen. Dieser Umstand trägt zu der zunehmend beschleunigten Ausdehnung des Kosmos bei, erkennbar an der immer schnelleren "Flucht" seiner Quasare und Galaxien, die bereits durch die Ausdünnung des Schwerefeldes im intergalaktischen Raum unvermeidlich ist.** Es gibt also nicht nur kein Problem zwischen der Schwerkraft und den Teilchen, ganz im Gegenteil: erst die Quantenphysik macht uns die Schwerkraft und den Kosmos verständlich. Und das ist m.E. alles, was wir im Sinne des moderaten Positivismus der Quantenphysik, der sich auf experimentell gefestigte Befunde stützt, von der Schwerkraft definitiv wissen und soliderweise sagen können und das ist auch alles, was wir zu wissen brauchen, was aber auch verstanden sein will. Alle darüber hinaus gehende Sachannahmen zur "Erklärung" der Schwerkraft sind freie und wie ich denke entbehrliche Erfindungen. Daher lasse ich Newton zu Faust im Lehrgedicht I/C7 sagen: "Des Wirkens Wie lass' außen vor, der Hausverstand ist da ein Tor," eingedenk dessen, dass die Realität alle Denkbarkeit übersteigt, was es zu verstehen und zu respektieren gilt. - In diesem Zusammenhang möchte ich daran erinnern, was Carl Friedrich von Weizsäcker auf der 49. Physikertagung in München 1985 anläßlich Niels Bohrs hundertsten Geburtstag hoffte: "In genauer Umkehr der Einsteinschen Hoffnung würde ich aber annehmen, daß diese (zukünftige übergreifende) Theorie nicht durch eine Reduktion der Quantentheorie auf das Raum-Zeit-Kontinuum, sondern durch eine Herleitung des Raum-Zeit-Kontinuums als klassischer Grenzfall einer reinen Quantentheorie zu gewinnen wäre."*
*C. F. v. Weizsäcker, Zeit und Wissen, dtv München 1995, S.785, Betonung von mir
**Der Nobelpreis von 2011 wurde für die "Entdeckung" der beschleunigten Ausdehnung des Universums (richtig: des Kosmos) verliehen. Sofort hieß es, z.B. in SPIEGEL ONLINE, dass Einstein wiedereinmal glänzend bestätigt wäre, obgleich er Anhänger eines statischen Universums war, wofür der von ihm eigens frei erfundene kosmische Term sorgen sollte. Dass sich der Kosmos zwangsläufig immer schneller ausdehnt ergibt sich jedoch schon lange aus ganz einfachen Überlegungen, wie man sie z.B. im vorhergehenden Text findet. Statt Zeilinger für seine innovative Arbeit, welche dem Denken neue Perspektiven eröffnet, die aber in Widerspruch zu Einsteins Thesen stehen, den Nobelpreis für Physik zuzuerkennen, ist man auf die Fleißarbeit dreier amerikanischer Astronomen ausgewichen, mit der man glaubt, das "Genie" Einstein wiedereinmal rechtfertigen zu können, d.h. es hat es nach der erfolglosen Suche von Gravitationswellen nötig. Oh Wissenschaft, verhülle dein Haupt!

zum Anfang des Vorworts

Das Wort zum Einsteinjahr 2005
- und eine Bitte -

Die Schwerkraft einmal nicht missverstehen

"Bei der Schwerkraft aber zeigt sich, wie Galilei mit seinen Fallversuchen eindrucksvoll vorführen konnte, ein merkwürdiger Effekt: Alle Gegenstände fallen gleich schnell, ganz egal wie schwer sie sind. Mit zwei unterschiedlich großen Steinen, von einer Brücke in einen Fluss fallen gelassen, lassen sich Galileis Versuche leicht nachvollziehen: Beide treffen gleichzeitig im Wasser auf. ... Wie ist das möglich? Wie kann ein und dieselbe Kraft [die Schwerkraft] zwei Gegenstände mit unterschiedlichen Massen im gleichen Maß beschleunigen? ... Das ist, bis Einstein auftritt, eines der tiefsten Geheimnisse der Natur." (Jürgen Neffe in seinem im Januar 2005 bei rowohlt erschienenen Buch "Einstein. Eine Biographie" S.232)

Das ist auch so eine Mär! Wegen einer falschen Auffassung von Schwerkraft, als einer lokalen und sekundären statt einer universalen und elementaren Kraft, wurde aus den Fallversuchen von Galilei bis heute nicht der richtige Schluss gezogen, nämlich der, dass es auf die fallenden Gegenstände gar nicht ankommt, weshalb sie an gleicher Stelle alle gleich schnell fallen, was deshalb auch Einstein ein Problem war. Weil jede Punktmasse bzw. jedes Teilchen an gleicher Stelle mit gleicher Geschwindigkeit fällt, spielt die Anzahl der Teilchen, die in den Augen eines Beobachters einen einzelnen Gegenstand bilden, natürlich keine Rolle, womit sich dieses durch Einsteins "Auftritt" gelöste, von Neffe zu den "tiefsten Geheimnissen der Natur" gezählte "Problem" sofort erledigt. Zudem ist man bei diesem "Geheimnis der Natur" genauso ein Opfer des Augenscheins, wie bei dem der Bewegung, die ja als Ereignis auch nur im Kopf eines Beobachters existiert, wie wir vom Kino längst wissen könnten, das ja nur mit Standbildern arbeiten kann, es gibt keinen anderen, weshalb es verfehlt ist, Bewegung zum Gegenstand der Physik machen zu wollen, außer zur Beschreibung von Vorgängen. Zwar bleibt weiterhin offen, wie die Natur das Schwerkraftphänomen erzeugt (s. jedoch Text von 2008: Mein Weltbild/Meine Kosmologie und die obige Zusammenfassung), was jedoch für einen angemessenen Umgang mit ihm keine Rolle spielt. Das Schwerkraftfeld ist einfach da, so wie Teilchen und elektromagnetische Felder einfach da sind, deren Herkunft ja auch niemand "erklären" kann oder muss. Wo man hier hinschaut nur Scheinprobleme, was jedoch nicht verwunderlich ist, lehrte doch Mach den Physikern, sich auf den Augenschein zu verlassen, den er für besonders "objektiv" hielt, was natürlich absurd ist, denn nicht umsonst spricht man vom Augenschein als einem Anschein, der ein sehr komplexes Konstrukt des Gehirns ist, dem Überleben seines Trägers dienend.

Doch es gibt noch eine weitere Konsequenz aus den Fallversuchen: Ebenso wie es beim Fallen im Vakuum wie zuvor dargelegt nicht nur nicht auf Gewicht, Größe und Form eines Gegenstandes ankommt, ebenso kann auch seine Natur oder seine Ladung keine Rolle spielen. Also fällt auch Licht wie jede Art elektromagnetischer Strahlung im Schwerefeld. Auch Neutrinos, dunkle Energie und Antimaterie werden da keine Ausnahme machen,

denn alles ist "schwer", gleich was es ist: alles besitzt ein Schwerefeld und alles unterliegt ihnen - das ist es was die reale Einheit der Natur ausmacht, die es endlich zu erkennen und zu akzeptieren gilt!

Deshalb kann auch die Ablenkung von Sternenlicht durch die Sonne nicht überraschen. Wie jeder andere Körper im All ist auch Licht zwangsläufig auf krummen Bahnen unterwegs - warum sollte es eine Ausnahme machen? Das 1919 erzeugte Aufsehen davon war ganz und gar unangebracht und wohl nur durch das Verlangen der Massen nach neuen Helden zu erklären, nachdem die Helden des 1. Weltkriegs ausgedient hatten. Bereits John Michell (1783), Laplace (1796) und Soldner (1801) hatten sich über das Fallen von Licht im Schwerefeld Gedanken gemacht und Berechnungen angestellt, wobei "von dem deutschen Astronom Johann Georg von Soldner ... fast dieselbe Ablenkung wie von Einstein errechnet worden war."* Doch schon Newton "hatte in der zweiten Ausgabe seiner großen "Opticks" von 1717 sich selbst die Frage gestellt: 'Wirken nicht die Körper schon aus einiger Entfernung auf das Licht und beugen dadurch seine Strahlen?', sie aber unbeantwortet gelassen."* John Michell, ein Geologe, hat dann 1783 anhand von Newtons Gravitationsgleichung die Masse eines Sterns errechnet, die so groß ist, dass ihr Licht ihn nicht mehr verlassen kann, was wir heute ein "schwarzes Loch" nennen. Also alles wirklich nichts Neues. Die Frage, um die es seitdem doch nur noch gehen kann, lautet, wie gut die Dichteverteilung in der Sonne bekannt ist und wie geeignet die Gleichungen sind, mit deren Hilfe wir die Schwerkraft aus dem weit verteilten und verschieden dichten und dazu aktiven und damit auch veränderlichen Zonen des Sonnenkörpers für sonnennahe Ereignisse berechnen. Newtons Gleichung für Planetenbahnen, die im Zentrum der Sonne ansetzt, also die Ausdehnung der Sonne und die Verteilung ihrer Materie nicht berücksichtigt, sie vielmehr als Massenpunkt behandelt, ergibt für sonnennahe Ereignisse - wegen der größeren Entfernung des Wirkzentrums vom Sonnenrand - zwangsläufig zu geringe Werte. So bleibt Interpretationsspielraum für einen von Einstein angenommenen zusätzlichen Effekt infolge der Krümmung des Raumes, die ihn veranlasste, seine Werte gegenüber den Newtonschen zu verdoppeln, der jedoch wahrscheinlich zu hoch ist. "Ein Geheimnis der Natur", wie "tief" auch immer, das von Einstein zu lösen gewesen wäre oder ihm gar seine Entdeckung verdankt, liegt auch hier nicht vor. Einsteins Triumph von 1919, der ihn weltberühmt machte, und der seither anhaltende Einsteinrummel wären zudem ausgeblieben, hätte Eddington in seinem Eifer nicht die Messwerte auf das Wunschergebnis hin manipuliert und hätte man Newtons Vereinfachung als solche berücksichtigt. Hierzu schreibt der Physiker Erhard Scheibe in "Die Philosophie der Physiker" auf S. 102: "Ähnlich [vereinfachend] macht man für nicht zu genaue Rechnungen in der Himmelsmechanik die grob falsche Annahme, daß die Planeten und die Sonne Massenpunkte sind." Wie es eben schon Newton tat. Trotz des bis heute üblichen unredlichen Vergleichs zwischen Newtons und Einsteins Gleichungen und des durch Eddington manipulierten Ergebnisses wird der ganze Schwindel noch immer als "erste glänzende Bestätigung Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie" ausgegeben und ist geradezu das Muster für alle folgenden und zwangsläufig auch für zukünftige "Bestätigungen" dieser Art, weil die Theorie nur auf diese Weise "bestätigt" werden kann - Bestätigungen anhand von "einigen sehr kleinen [noch dazu manipulierten] beobachtbaren Effekten" (Einstein), die für Einstein selbst "beim besten Willen" nicht entscheidend waren, setzte er doch "hauptsächlich" auf die "logische Konsistenz" seiner Theorie, wie in E. Scheibes Buch auf S. 137 ebenfalls nachzulesen ist. Näheres zu Eddingtons Manipulation s. meinen Exkurs in I/B7a "Wie man zu 'Beweisen' kommt".
*entnommen dem Buch "Die geheimen Leben des Albert Einstein. Eine Biographie" von Roger Highfield und Paul Carter, Lizenzausgabe für Matrix Verlag GmbH, Wiesbaden 2004

Wenn es das Charakteristikum der Allgemeinen RT ist, "dass die Schwerkraft keine Kraft ist, die von einem Körper auf einen anderen ausgeübt wird, sondern eine Eigenschaft der Raumzeit selbst,"* so folgt sie darin nur der Beschreibung Newtons in seinen "Principia", wo es in Definition VIII heißt: "Die beschleunigende Kraft soll auf den Ort des Körpers zurückgeführt werden als eine Wirkfähigkeit, die vom Mittelpunkt über die einzelnen Orte in der Umgebung verteilt ist, um (besser: womit) die dort befindlichen Körper in Bewegung zu versetzen (versetzt werden);..." "Die Kräftetheorie ist natürlich rein mathematisch, denn die Ursache der Kräfte und ihre physikalische Grundlage erwäge ich noch nicht." Letztlich könnte man so gar nicht sagen, ob der Satz "Massereiche Objekte verzerren die sie umgebende Raumzeit, und diese vierdimensionalen Kurven sind die Bahnen, auf den kleinere Objekte laufen..."* von Einstein oder von Newton stammt, wäre da vor allem nicht der Ausdruck "Raumzeit", den Newton noch nicht kannte. Aber diese prinzipielle Gemeinsamkeit von Newton und Einstein interessiert niemand, da für die Gläubigen nur wichtig ist, dass ihr Idol Einstein scheinbar immer Recht hat. Und da stört auch keine Manipulation! Und die Physikgeschichte nimmt man am besten erst gar nicht zur Kenntnis.
*entnommen dem Buch "Die geheimen Leben des Albert Einstein. Eine Biographie" von Roger Highfield und Paul Carter, Lizenzausgabe für Matrix Verlag GmbH, Wiesbaden 2004

"Schon 1907 ist Einstein ein Gedankenexperiment in den Sinn gekommen, bei dem die Beschleunigung nicht spürbar ist [der freie Fall]. Diesen Einfall, bei dem er einen Zusammenhang zwischen Beschleunigung und Schwerkraft herstellt, wird er später den "glücklichsten Gedanken meines Lebens" nennen." (Jürgen Neffe in "Einstein" S.234) Das Glück dieses lichten Moments sei Einstein von Herzen gegönnt! Doch ist nicht eine Kraft und damit jede Kraft allein dadurch definiert, dass sie das eine Beschleunigung Bewirkende ist, unabhängig von ihrer Natur? Wo keine Beschleunigung, da keine Kraft! Wo keine Kraft, da keine Beschleunigung! Was gab es da zwischen Beschleunigung und Schwerkraft erst herzustellen??? Immer wenn es um die Relativitätstheorie geht, stimmen gleich die Begriffe nicht. Und wo man eine Beschleunigung als Beschleunigter trotzdem nicht "spürt", wie im freien Fall, da fehlt es ihr zum "Spüren" an der Gegenkraft, weil ja alles gleich schnell und parallel fällt. Denn die Kraft ist keine Sache an sich, sondern nur der Aspekt eines dynamischen Geschehens der Wechselwirkung der aufscheint, wenn "Körper" aufeinander einwirken (Newton, 3. Axiom), ganz gleich ob direkt oder über ein Feld. So verschwindet eben die Kraft, wenn der beschleunigte Gegenstand, z.B. ein Teilchen in einem Synchrotron, die Geschwindigkeit des beschleunigenden Mediums erreicht hat und beide - wie im freien Fall, z.B. der beiden Steine von der Brücke oder der Astronauten in Shuttle - infolge ihres parallelen Fallens nicht aufeinander einwirken können! Ein Beispiel das zeigt, was die Grenzgeschwindigkeit und der freie Fall gemeinsam haben: die fehlende Wechselwirkung innerhalb des Systems, was zu erkennen eben Sachverstand erfordert, d.h. die Fähigkeit, von der Sache her zu denken und zu urteilen. Formale Verallgemeinerungen eines unverstandenen Ergebnisses, wie dem des Michelson-Experiments, sind da ohne Erkenntniswert (s. I/B11).

Leider hat "der glücklichste Gedanke" in Einsteins Leben ihn nicht daran gehindert, für das unvermeidliche Aufhören einer Beschleunigung bei Abbruch der Wechselwirkung sich auch noch eine überflüssige relativistische Erklärung - das Anwachsen der Masse - zu ersinnen, weil ihm das Wesen der Kraft, wie überhaupt das physikalischer Größen, fremd war, wie schon sein "glücklichster Gedanke" zeigt. Doch ist nicht zu fragen: Was könnte der Antriebsquelle einer Beschleunigung es ermöglichen, das Angetriebene schneller zu machen als sie selbst? Muss man diese offen sichtliche ganz allgemeine Unmöglichkeit, die für jede Kraft und Geschwindigkeit gilt, wirklich jemand erklären??? Es kann zwar ein Objekt, das von etwas anderen, z.B. durch ein elektromagnetisches Feld, angetrieben wird, auch nicht schneller werden als das antreibende Medium selbst ist - das ist natürlich richtig, es sei denn, man nimmt die Antriebsquelle als Motor einfach mit! Auf diese Weise verschwindet die von Einstein wie ein Gottesurteil verkündete angebliche Nichtüberschreitbarkeit der Lichtgeschwindigkeit und ermöglicht eine Weltraumfahrt, die diesen Namen verdient (s. I/C4) - Einsteins Lehre nicht nur ein einziges Hindernis für geistigen sondern auch für technologischen Fortschritt.

Das Wort zum Einsteinjahr 2005 auf den Punkt gebrachte lautet daher für mich: Gehirn und Sachverstand bringen uns weiter als Genie und Mathematik. Damit wollte ich nicht sagen, wie mir schon unterstellt wurden (Gästebucheintrag vom 9.5.05 - Website inzwischen ohne Gästebuch), dass ich beide für entbehrlich halte, sondern nur, dass sie sich von kritischen Denken und Sachverstand leiten lassen müssen, um zu soliden Erkenntnissen und damit im Wissen und somit auch in der Technologie weiter zu kommen. Es geht mir auch nicht um meinen persönlichen Verstand als Kriterium, wie mir ebenfalls unterstellt wurde, sondern um jenen von Einstein und seinen Anhängern gescholtenen gesunden Menschenverstand, den die Evolution wegen seiner Erfolge in uns herausgebildet hat, der Menschen nach Ursachen von Ereignissen fragen und forschen lässt. Erst was in seiner Ursache erkannt ist, z.B. eine Grenzgeschwindigkeit, ist wirklich erkannt und verstanden, was schon Aristoteles wusste. Und das soll nun plötzlich nichts mehr gelten, nur um eine unverständliche Theorie rechtfertigen zu können? Wer den Sachverstand verachtet, den wir täglich zum Überleben brauchen, wer die Grund-legenden Größen allen Messens relativiert und die Vernunft nicht gelten lässt, legt die Axt an die Wurzeln nicht nur der Zivilisation, sondern auch des Menschseins. Kein Genieblitz kann uns das jemals Wert sein. Wer sich das nicht klar macht, denkt und handelt unverantwortlich! Wissenschaft ist ihm dann nur das okupierte Schutzschild für eine menschenfeindliche Ideologie, die alle Eigenständigkeit des Geistigen verneint.

Bleibt so überhaupt noch ein "tiefstes" oder auch weniger tiefes "Geheimnis der Natur", das uns "das ewige Kind" Einstein mit seinen Relativitätstheorien erst "lösen" musste? Ich denke, dass alle aufhören sollten, seiner naiven Argumentation zu folgen. Wollen wir mündige erwachsene Bürger sein, sollten wir endlich beginnen, nicht nur Uhr und Zeit, sondern auch Materie und Masse zu unterscheiden und das Wesen einer Grenzgeschwindigkeit zu erfassen, um sowohl uns, als auch die Welt wirklich zu verstehen, statt in Denkökonomie alles nur schön zu rechnen und Unverstandenes nachzubeten. Auf alle Fälle wäre 2006 ein gutes Jahr, um nocheinmal von vorn zu beginnen und dann Mechanik und Quantenmechanik gleich in einem zu denken und die Elektrodynamik getrennt zu behandeln. (zu Einsteins Motiven s. das Vorwort auf I/B6 "Die Einheit der Physik und ähnliche 'Probleme'".) "Die Relativitätstheorie lebt" sagt [der Physiker und Astronom] John Beckmann. "Aber ob sie tatsächlich die Wirklichkeit beschreibt, bleibt wohl [d.h. was sie immer schon war und sein wird] eher eine Sache des Glaubens als des Beweises." (Jürgen Neffe in "Einstein" S.269, der sicher nicht zufällig auch ein solch kritisches Zitat bringt)
Heilbronn im Januar 2005, 2007 einige Ergänzungen, desgl. August 2010

Das Nachdenken im und nach dem Einsteinjahr geht weiter s. "Rätselhafter Einstein" in I/B8a

Januar 2012: Ich frage mich seit einiger Zeit - kann es jedoch nicht beurteilen -, ob die Hypothesen von dunkler Energie und Materie nicht einfach nur Folge (unzureichender) Einsteinscher Gleichungen sind, denen man blindlings vertraut. Wie ich oben in "Gravitation und Quantenphysik" zeige, braucht die immer schnellere Expansion des Kosmos jedoch keine hypothetischen Annahmen. Vielleicht sollte man - wenigstens einmal versuchsweise - meinen alternativen Überlegungen folgen, zusammen mit einem ehrlich und richtig verstandenen Newton.


bei der DPG eingereichte Kurztexte (Abstracts) zu den Langtexten der nächsten Seite

Die Gravitation als Argument für eine ganzheitliche Sichtweise

In seinem berühmten Lehrgedicht versuchte Parmenides (um 540-480) klarzustellen, was die Menschen hindert, die Einheit und Ganzheit des Daseins zu sehen. Seine Aussagen zur Ganzheit empfand ich spontan als eine gelungene Beschreibung der Gravitation, welche die Vorsokratiker auch Kraft der Freundschaft bzw. Liebe nannten. Entscheidend für mich ist, daß uns durch Parmenides die Gravitation als eine, keine leeren Zwischenräume (Einstein: Raum-Zeit-Kontinuum) duldenden Kraft der Ganzheit nahegelegt wird, an der überall alle Teile des Ganzen komplementär teilhaben, weshalb sie keine Kraft neben den anderen 3 Kräften ist und es keine Antigravitation gibt und geben kann. Die Mechanik wäre durch folgendes Theorem zu ergänzen: "Jede existierende Sache hat zwei komplementäre Aspekte: ihren eigenen und den des Ganzen. Ihr eigener Aspekt wird bei Einwirkung als Trägheit erfahren, der holistische Aspekt zeigt sich als ihr auf sie gerichteter Anteil an der Gravitation. Beide sind einander proportional." Wir hätten es also mit zwei komplementären Aspekten einer einzigen Realität zu tun, was allerdings bereits Newtons Gravitationskonstante, wenn auch nur für die Masse nahelegt. Die konsequente Einhaltung des Ganzheitsgedankens erweitert unsere Sicht so, daß sich unter ihm alle relevanten Erfahrungen zur Gravitation zwanglos und in sich konsistent subsumieren lassen.


60. DPG-Frühjahrstagung März 1996 Uni Jena, FV DD (Tagungsband S. 645-650) und FV GR

Gravitation und Trägheit in komplementärer Sicht

Nicht nur in der Gesellschaft sondern auch in der physikalischen Wissenschaft hat es der Gedanke der Égalité - der Gleichberechtigung ohne Gleichmacherei - besonders schwer. Ähnlich wie der jahrhundertelange Streit, ob das Licht eine Welle oder eine Korpuskel ist, erst durch Bohrs Gedanken der Komplementarität überwunden wurde, ist es an der Zeit, die Erscheinungen Gravitation und Trägheit als zwei gleichberechtigte aber verschiedene Seiten ein und derselben Sache zu begreifen. Es wird gern übersehen, daß Newton keineswegs die träge Masse als die Ursache der Zentripetalkraft bezeichnet hat, was der Vorwurf ihm unterstellt, er hätte an Fernwirkungen geglaubt, sondern daß er in Definition VIII seiner "Principia" sagt "die beschleunigende Kraft soll auf den Ort des Körpers zurückgeführt werden als eine Wirkfähigkeit, die vom Mittelpunkt über die einzelnen Orte in der Umgebung verteilt ist", was man heute die Beschreibung eines permanenten Feldes nennt, das hier zur Trägheit eines Quants oder "Körperteilchens" (Newton) komplementär ist, so daß die Quantengravitation kein grundsätzliches Problem sein kann.
      Die Masse ist ein Maß der Materie, nämlich ihres mechanischen Widerstands. Insofern ist es unzutreffend, von der Masse als der "Ursache" der Gravitation zu sprechen. Daß die Gravitation eine der Materie zugehörende Erscheinung ist, so permanent existierend wie diese, wird von Newtons Proportinalitätskonstante G dargestellt.


61. DPG-Frühjahrstagung März 1997 Uni München, FV GR und MP

Physik in Literaturform

Dicke Wälzer in einer schwer verständlichen Sprache sind wenig geeignet, das Anliegen der Physik nicht nur dem Laien verständlich zu machen. Ich zeige wie es anders geht, indem ich meine Überlegungen dem Publikum in ihm vertrauter Literaturform und Sprache mitteile. Dazu ist eine große Klarheit der Gedanken erforderlich, sollen Sachverhalte auch durch kurze Texte transparent werden. So lasse ich in einer Szene Faust/Newton (I/C7) letzteren Fausts Frage, was die Welt im Innersten zusammenhält, in von Goethe geliehener Gedichtform kurz und bündig beantworten. In einem anderen Beispiel veranschauliche ich im Feuilletonstil auf einer Seite, was unter Verschränkung und Emergenz zu verstehen ist (auf L9a), wodurch vieles Geschehen vom Mikro- bis zum Makrokosmos verständlich wird. Bleibt noch Zeit, würde ich die Hörer gern noch mit einem meiner eher heiteren Texte bekannt machen, der sich auf die Lage heutiger Physik bezieht (L11). (Letzte Nennung entfiel wegen des neuen Textes "Die Schwerkraft verstehen" - s. die nachfolgende Datei)


75. DPG-Frühjahrstagung März/April 2011 KIT Karlsruhe, FV GR

alle verwendeten DPG-Kürzel s. Vorträge auf Tagungen der DPG

Die Tagungsbeiträge sind als Alternative zum heutigen Physikgebrauch als Grundlage einer neuen Physik gedacht.

s. ferner: Der Zeitfaktor in der Gravitation

s. weiterhin auch die Texte von I/C zur Kosmologie und Raumfahrt


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