Ich bin überzeugt,
dass wir auf Dauer unser Menschsein und unsere Zukunft nur meistern können,
wenn wir erwachsen werden und die Welt so annehmen, wie sie sich uns erweist.
Suchen wir immer nur krampfhaft nach Rechtfertigung offenkundig gewordener Irrtümer,
anstatt sie abzulegen,
dann sind wir nicht zukunftsfähig.
(aus PROJEKT ZUKUNFT auf Seite Prolog)
Der Name Einstein steht inzwischen für den Kampf ewig Gestriger gegen jede neue Einsicht in der Physik, sei es das Ergebnis des sog. Michelson-Experiments, daß es den Äther nicht gibt, sei es die Unbestimmtheit in der Quantenmechanik, sei es das Tunneln mit Überlichtgeschwindigkeit, sei es eine Weltraumfahrt, die diesen Namen verdient, ja, auch gegen Einsteins eigene Skepsis am Ende seines Lebens selbst (s. unten) - vor allem aber für die Negierung der Rolle des Beobachters, ja bereits gegen die Rolle seiner experimentellen Anordnungen für das Ergebnis, gegen die "sich Einstein aufs entschiedenste wehrte" (C.F.v.Weizsäcker "Zum Weltbild der Physik. Einstein und Bohr"). Selbst Newtons großartige wissenschaftliche Leistungen werden von der relativistischen Physik bestritten: die in der Gravitation zum Ausdruck kommende Ganzheitlichkeit physikalischer Phänomene, die Anerkennung immanenter Ursachen und die Überwindung einer deskriptiven Physik durch die Dynamik, weshalb sie sich lieber auf Galilei beruft. Und mit dem Verlust der Dynamik wurde das Kopernikanische System zu einer Sache der Beliebigkeit. Max Born in seinem Buch "Die Relativitätstheorie Einstens": "Daher haben von EINSTEINS [kinematischen] Standpunkt gesehen PTOLEMÄUS und KOPERNIKUS gleiches Recht. Welchen Ausgangspunkt man wählt, ist Sache der Bequemlichkeit." Diese Folgerung ist konsequent! Doch weiter zurück kann man das Rad des Wissens kaum drehen, werden doch die davor liegenden Einsichten antiker Denker von Heraklit bis Lukrez, die Newton noch zu würdigen wusste, sowieso ignoriert (s. Text I/C3, Kapitel 6). Allerdings habe ich manchmal das Gefühl, dass die Idee der Erde als Scheibe bei der Rede von einem "flachen Universum" irgendwie noch weiter wirkt. Soviel Destruktion bis in die Wurzeln des Denkens und der Geschichte der physikalisch-kosmologischen Wissenschaft mit so wenig Aufwand ist natürlich schon genial. Aber meine Vorwürfe gehen nie an die Adresse Einsteins, dessen Irrtümer und Ängste ihn sympathisch menschlich machen, sondern an jene, die seine Lehre als höchste Wahrheit verkaufen und jede bessere Einsicht mit allen Mitteln blockieren, um nicht zugeben zu müssen, fatalen Irrtümern unkritisch aufgesessen zu sein. Von den historischen und rationalen Wurzeln der Physik und Kosmologie abgeschnitten, physikalische Größen für physikalische Gegenstände, Relationen für Realitäten haltend, wühlen sie dumpf in Worten und Gleichungen und versuchen, Einsteins aus den Bauch heraus verkündete Thesen mit im Graubereich der Messtoleranzen liegenden Ergebnissen als "glänzend bestätigt" (eine Standardformulierung von ihnen) hinzustellen, sich selbst und andere betrügend.
O glücklich, wer noch hoffen kann,
aus diesem Meer des Irrtums aufzutauchen!
Was man nicht weiß, das eben braucht man,
und was man "weiß", kann man nicht brauchen.
(Goethe, Faust I)
Seit dem Bekanntwerden von ganzheitlichen Zustände in der Quantenmechanik, gibt es eine weitere Front der Verweigerung, getreulich Einsteins Forderung, dass alle Erklärungen dem mechanistischen Prinzip der Lokalität zu folgen haben und nichts schneller als das Licht sein darf, damit es nicht zu "geisterhaften" d.h. negativen Lösungen der Lorentztransformationen kommt, obwohl er andererseits keine Hemmungen hatte, für die örtlich Trägheit "ferne Fixsternmassen" verantwortlich zu machen (machsches Prinzip). Man argumentiert eben, wie man es gerade braucht. Nachdem das peinliche Phänomen der verschränkten Quanten mit ihren momentanen Reagieren, schamhaft "Nichtlokalität" genannt, im Verbandsorgan der DPG lange totgeschwiegen wurde ohne zu sterben, ließ die Redaktion 1999, um nicht selbst das heiße Eisen anfassen zu müssen, notgedrungen Anton Zeilinger einmal selbst von seinen Experimenten und ihren Ergebnissen berichten, hatte doch sogar selbst der Dalai-Lama sie schon in Augenschein genommen. Danach gab es einige wenige Kommentare zu Meldungen und Büchern zum Thema, die am Schluss unweigerlich sachlich wenig gehaltvolle Vorwürfe zur Nichtlokalität vorbrachten oder denen eine Widerrede folgte, um das Soll an engstirniger Kritik zu erfüllen. Man will eben partout nicht klüger werden. Auch jetzt wieder, im Juli 2006 bei der Besprechung von Zeilingers Buch "Einsteins Spuk", wo "instantane physikalische Wirkungen auf verschränkte Partner kritisch anzumerken sind". Aber auch bereits im Kommentar von Dr. Gregor Weihs, Stanford University/USA, der Jahre zuvor bei Zeilinger in Innsbruck und später in Wien bei verschiedenen Experimenten zur Quantenverschränkung mitgearbeitet hatte, zu der für mich erfreulichen Meldung im Märzheft 2002 "Quantenspuk ist nicht relativ", wobei es um ein neues Experiment zur Quantenkorrelation ging, bei dem vergeblich nach relativistischen Effekten gesucht wurde, weshalb abwertend gleich vom "Quantenspuk" die Rede war. Dieser "Quantenspuk" hat aber immerhin noch die Beobachtbarkeit auf seiner Seite, während die Relativität nur in den Köpfen von Physikern spukt, weshalb überall krampfhaft nach ihrer Bestätigung Ausschau gehalten werden muß. Meine Einwendungen zu Weihs Bedenken, seine Antwort, bei der er bezeichnenderweise auf keines meiner erkenntnis-theoretischen Argumente eingeht, meine Erwiderung samt einem Zwischenkommentar, und einen Beitrag von G. Galeczki habe ich weiter unten abgedruckt.
Als von Peter Mittelstaedt im "Physik Journal" vom November 2002, dem Nachfolge-Organ der "Physikalischen Blätter", das Buch "Verschränkte Welt. Faszination der Quanten" (Hrsg. J. Audretsch) besprochen wurde, entsprach es voll meiner Erwartung (und wohl auch der auf Einstein eingeschworenen Redaktion unter Stefan Jorda), dass auch dieser Rezensent am Schluss eine Breitseite auf die Nichtlokalität loslässt, auch wenn er sich dabei auf einen den Band abschließenden pflichtschuldigsten Aufsatz von Michael Elsfeld beruft, dessen Artikel ihm aber offensichtlich sehr willkommen ist. "Elsfeld erkennt klar, welche Herausforderung die Verschränktheit für die Ontologie bedeutet. Wenn es für die Quantenmechanik keine Grenze gibt, dann sind alle Elemente dieser Welt durch Verschränkung miteinander verbunden. Dann aber gäbe es weder mikroskopisch noch makroskopisch einzelne Dinge mit definitiven Eigenschaften, an denen sich aber unsere Begriffbildung orientiert. Die Quantenmechanik würde dann ihren eigenen Voraussetzungen widersprechen." Unsere "Begriffsbildung" würde also das Faktum der Verschränkung widerlegen!!! Jetzt verstehe ich, was "theoretische Physik" heißt. Zur Erweiterung ihres geistigen Horizontes, hier um die Aspekte der Komplementarität und der existenziell immer wichtiger werdenden Ganzheitlichkeit, die die gewohnten Begriffe relativieren, sind die theoretisierenden Physiker einsteinscher Prägung leider nicht bereit, die lieber Fakten relativieren, statt die Herausforderung der neuen Forschungsergebnisse endlich anzunehmen und sich geistig zu bewegen, ist doch das Arbeiten am Begriff die Ur-Aufgabe des geistig Schaffenden. In ihren Augen ist ein guter Physiker einer, der alle Neuerungen ablehnt. Während der Kosmos offen ist und sich immer mehr und immer schneller ausdehnt, versuchen Relativisten eigensinnig auf einer engen Sicht der Dinge zu beharren, die vielleicht einmal in einem historischen Moment unter dem obwaltenden Zeitgeist hilfreich war. Dabei sollten alle Forschenden doch längst erkannt haben, dass die Realität sowieso alle Denkbarkeit und somit auch alle Begriffsbildung übersteigt und dass alle Begriffe nur Stationen aber keine Endhaltestellen des um Verständnis ringenden Bewusstseins sind. Und Einstein selbst? Hielt er seinen eigenen geistigen Horizont für das letzte Wort, das auf ewig zu zementieren wäre? Oder könnten seine Anhänger von ihm wirklich lernen? Gegen Ende seines Lebens schrieb er selbstkritisch seinem Jugendfreund Solovine aus schweizer Tagen:"...Sie (die Gratulanten zu seinem 70. Geburtstag) stellen es sich so vor, daß ich mit stiller Befriedigung auf ein Lebenswerk zurückschaue. Aber es ist ganz anders von der Nähe gesehen. Da ist kein einziger Begriff, von dem ich überzeugt wäre, daß er standhalten wird, und ich fühle mich unsicher, ob ich überhaupt auf dem rechten Wege bin ..."
Albert Einstein in einem Brief an seinen Freund Solovine 1949, veröffentlicht unter "Lettres á Maurice Solovine", Paris 1956, S.94; Fundstelle: K. Brinkmann, Zu Zeit und Raum ..., Verlag Joh. Berchmans München 1984. Aber auch: A. Einstein, Worte in Zeit und Raum, Herder Freiburg-Basel-Wien, S.127 (letztes Zitat = soviel wie letztes Wort!)Nachtrag vom September 2009: Der Specherin der Arbeitsgruppe Philosophie der Physik (AG Phil), Frau Prof. Dr. Dr. Brigitte Falkenburg, die im Herbst Peter Mittelstaedts runden Geburtstag in Köln groß feiern wollte, habe ich mein obiges Zitat von ihm zu Bedenken gegeben. Sie schrieb mir postwendend: "Es kann keine Rede davon sein, dass Peter Mittelstaedt die Nichtlokalität bestreitet, im Gegenteil", was ich erfreut zur Kenntnis genommen habe. Doch warum schreibt er denn solches im "Physik Journal"? Sollte er seit 2002 seine Meinung da wirklich geändert haben? Zeit wäre es ja, wollte er den Anschluss nicht verpassen. Aber viele Physiker machen in der erfolgreichen Quantenphysik eifrig mit, ohne sie innerlich akzeptiert zu haben. Ich denke, dass ist auch Peter Mittelstaedts Problem, dass Brigitte Falkenburg einfach nicht sehen will.
Die zweite Quanten-Revolution und die Physikpreise (neu vom Jan. 2012)
Die DPG hat zusammen mit der Optical Society Amerika 2012 ihren Herbert-Walther-Preis an Prof. Alain Aspect, CNRS und Ecole Polytechnique (Frankreich) "for his pioneering experimental contributions to the fields of quantum entanglement and cold atom physics" verliehen. In der im Physik Journal vom Januar 2012 veröffentlichten Laudatio wird Aspect gem. NATURE wie folgt selbst zitiert, da sich das Einsteinblatt seiner Meinung nicht anschließen möchte: "Um diese Korrelation (zwischen Teilchen) zu interpretieren, sagte Einstein, muss man das Konzept des 'lokalen Realismus' akzeptieren. Dieses Prinzip besagt, dass die Ergebnisse von Messungen an einem in Raum und Zeit lokalisierten Objekt vollständig durch die Eigenschaften bestimmt sind, die dieses Objekt mit sich trägt (seine Realität) und dass sie nicht sofort und ohne Verzögerung von weit entfernten Ereignissen beeinflusst werden können. Aber nach Bells Entdeckung, dass das Konzept des 'lokalen Realismus' die Stärke der beobachtbaren Korrelationen begrenzt, hat uns eine Serie von immer besseren Experimenten dazu geführt, dieses Konzept aufzugeben. Das war ein großer Schritt, der zu unserem heutigen Verständnis der Quantenphysik führte."(!) Anmerkung der Redaktion: Alain Aspect ist ein herausragender Wisenschaftler und Lehrer, der durch seine bahnbrechenden Arbeiten weit über sein eigenes Arbeitsgebiet hinaus bekannt geworden ist. Anmerkung von mir: Da ihm als nicht-Einstein-konformen Physiker der Nobelpreis versagt geblieben ist, hat man ihn jetzt wenigstens mit einem der zahlreichen DPG-Preise ausgezeichnet.
Wegen seines Beitrags zur zweiten Quantenrevolution durch die Verschränkung von Mehrteilchensystemen wurde an gleicher Stelle wie Alain Aspect Prof. Dr. Rainer Blatt von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften mit der Stern-Gerlach-Medaille ausgezeichnet. "Rainer Blatt gelang es, verschränkte Zustände zu erzeugen und für Quantenalgorithmen zu nutzen. ...im Jahr 2008 liegt der aktuelle Rekord nun bei vierzehn verschränkten Ionen." Das ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Einsteins Lokalitätsprinzip nicht haltbar ist. Bereits 1989 hat Prof. Jan Berg von der TU München in seinen Vorlesungen zur Wissenschaftsgeschichte die Unhaltbarkeit aller "Prinzipien" Einsteins aufgezeigt und auf den Nobelpreis für Alain Aspect gewartet. Aber in Stockholm ist auch heute die Zeit dafür noch nicht reif, weshalb wir ebenfalls weiterhin vergebens auf eine Auszeichnung für Anton Zeilinger warten. Um bei aller Einsteinmanie nicht den Anschluss an die zukunftsorientierte Forschung zu verlieren, macht die DPG Fortschritte zu mehr Ehrlichkeit, wenn auch nicht uneingeschränkt, wie man gleich sieht.
Im Physik Journal vom August/September 2011 berichtete Frau Prof. Falkenburg in der "Tagungsnachlese Dresden" für die AG Philosophie der Physik zuerst ganz begeistert vom gelungenen Auftritt "berühmter Quantenphysiker und -philosophen" wie Alain Aspect und Anton Zeilinger beim Symposium, wo es auch um die "Nichtlokalität" ging, und bemerkt: "Das Symposium zog mehr Teilnehmer an, als das Audimax der TU Dresden fassen konnte. Sein riesiger Erfolg zeigte, dass die Frage, was die Quantenphysik für unser Wirklichkeitsverständnis bedeutet, auf mehr Interesse stößt denn je." Doch dann kommt Prof. Mittelstaedt ins böse Spiel, der vor großen Publikum behauptete, "dass die klassische Physik etliche ungerechtfertigte ontologische Grundannahmen enthält, die in der Relativitäts- bzw. Quantentheorie der Kritik unterzogen werden", wohl um die Einsteins Theorie seinerseits zu rechtfertigen. Die einzigen "ungerechtfertigte ontologische Grundannahmen" die ich kenne stammen jedoch gerade von Einstein, so wenn er außer Raum und Zeit auch alle anderen rein geistig existierende Messgrößen für physikalische Objekte hielt, weshalb er auch Newtons absoluten Raum und Newtons absolute Zeit als solche behandelte, obwohl sie für Newton rein mathematischer also geistiger Natur waren und deshalb unbeeinflußbar von realen Kräfte, eben "absolut", denn nur mit gleichbleibenden Messgrößen und sie verkörpernde Maßstäbe sind Vorgänge möglich, die das Prädikat "Messung" verdienen. Und Newtons Axiome sind auch keine Sachbehauptungen, wie heute immer getan wird, sondern sowohl Definitionen grundlegender Begriffe der Mechanik, als auch Kriterien, um mit Fakten in objektiver Weise umgehen zu können, wodurch die Mechnanik durch ihn zur Dynamik wurde (s. insbesondere Datei I/B4). Wie einst Don Quichotte unter Realitätsverlust Windmühlenflügel für die Lanzen feindlicher Ritter hielt und gegen sie anrannte, so wollte Einstein Newtons Drachen der absoluten Bewegung erlegen, der aber noch dazu in nur in Einsteins Kopf existierte, weil sich ihm Newtons kognitiv höher stehende Intension nicht erschloß. (Doch in Newtons Dynamik kommt es einzig auf die Differenz von Geschwindigkeiten an, die Ausweis einer vor Ort wirkenden Kraft sind.) Und seine Sancho Pansas, auch nicht klüger, sich in Selbstblindheit aber für sehr gescheit haltend, hecheln ihm auf ihren Eseln immer noch hinterher. Nach dem Drama kommt das Satyrspiel, das in Dresden jedoch nicht der Erheiterung diente, sondern Menschen weiterhin vom geistigen Fortschritt abhalten soll. - Was nun das Verhältnis zwischen Quantenphysik und klassischer Physik betrifft, s. Datei I/B4 im diesbezüglichen Nachtrag. Ob es aber überhaupt eine "Quantentheorie" gibt, von der Mittelstaedt ausgeht, möchte ich bezweifeln, so wie es ja auch keine klassische "Theorie" gibt, wo etwas herbeiphilosophiert wird wie bei Einstein, dass dann erst noch "bewiesen" werden muss. Klassische und Quantenphysik sind lediglich Anweisungen, mit Fakten in möglichst objektiver Weise umzugehen, um ein brauchbares Ergebnis zu erzielen, weshalb beide auch so klaglos funktionieren, was Beweis genug ist, was jedoch dort nicht verstanden wird, wo man nichts von der Rolle des Beobachters weiß, die es zu berücksichtigen gilt."Ich habe schon längst die Hoffnung aufgegeben, dass ich mich in Bezug auf Einstein (und Mittelstaedt) irre." (Hille)
E-Mail vom 7. März 2002
Betreff: Quantenspuk ist nicht relativ
Sehr geehrter Herr Doktor Weihs,
mit Interesse habe ich im Physik Journal vom März 2002 Ihre Darstellung und Kommentierung eines neues Experiments zur Quantenkorrelation gelesen. Die Argumente gegen solche "geisterhaften Fernwirkungen" hat bereits vor über 13 Jahren Prof. Jan Berg (TU München) als unbegründet darstellen können.
Das Problem das manche Physiker mit ihr immer noch haben, deutet sich in Ihrem folgenden Satz an: "So könnten zwei Photonen, die aus einer gemeinsamen Quelle stammen, über beliebig weite Entfernungen WIE ein zusammenhängendes Ganzes beschrieben werden." Verräterisch ist dabei das Wörtchen "wie". Wenn es sich denn immer wieder erweist, dass sie ein zusammenhängendes Ganzes SIND, dann sollte dies der Wissenschaftler auch akzeptieren, denn es ist ja nicht seine Aufgabe, die Natur belehren zu wollen, dass sie das eigentlich doch nicht ist, als was sie sich zeigt. Doch der Gedanke der Ganzheitlichkeit will einfach nicht in einen Kopf, der ein mechanistisches Naturmodell hat, dass ja bereits von der Gravitation widerlegt wird. Hier verhalten sich riesige kosmische Systeme als EIN Ganzes und es gibt bis heute keinen zwingenden Beweis, dass dabei der Zeitfaktor irgendeine Rolle spielt. Und wenn man das ganzheitliche Modell wenigstens versuchsweise ohne Wenn und Aber einmal akzeptieren würde, weil es ja eine große Bereicherung der Erklärungsmuster ist, für die man dankbar sein sollte, dann verschwindet auch die so plausibel klingende Forderung, dass instantane Änderungen über große Entfernungen [mechanistisch] "erklärt" werden müssten. Niemand hat bis heute das Gravitationsphänomen ernstlich erklärt. Das ist auch weder möglich noch nötig, wie bereits Newton erkannte. Hauptsache wir können mit ihm prognostisch gut umgehen.
Und was nun die "Bewegung" der Strahlteiler betrifft, so beweist das Experiment nur wieder einmal, dass "Bewegung" nur ein EINDRUCK ist, der lediglich im Kopf des Beobachters existiert, der natürlich auch die Quanten, wie einstmals das Licht im Michelsonexperiment, nicht kümmern kann. Erst wo sich eine REALBEZIEHUNG ändert, wie z.B. zwischen Lichtquelle und Lichtempfänger, wird diese auch prombt durch den Dopplereffekt angezeigt.
Mein Beitrag zur Klärung der Frage, ob es physikalisch momentane Wirkungen auf Distanz geben kann, finden Sie als Text 9 unter "Pro" in dem Buch "Instantaneous Action at a Distance in Modern Physics: Pro and Contra", Edited by E. Chubykalo (Ed.) (University of Zacatecas, Mexico), Viv Pope (Swansea, UK), Roman Smirnov-Rueda (Univerity of Wales, Bangor, UK), in CONTEMPORARY FUNDAMENTAL PHYSICS (1999) Valeri V. Dvoeglazow, Series Editor NOVA SCIENCE PUBLISHERS, INC. New York* ISBN 1-56072-698-9. Oder auf meiner Homepage WEGE DES DENKENS (www.helmut-hille.de/holistic.html, deutsch unter /ganzheit.html).
Mit freundlichen Grüßen
Helmut Hille
Hille-Heilbronn@t-online.de
www.helmut-hille.de
www.helmut-hille-philosophie.de - neu!Eine Kopie ging an die Redaktion des Physik Journals mit folgender Anmerkung:
Vielen Dank für den Bericht. Er zeigt wiedereinmal, dass Relativisten eine physikalische Sekte sind, die auch nach über 75 Jahren nicht gewillt ist, die Fakten anzuerkennen, weshalb sie die Quantenmechanik immer noch mit ihren unsinnigen Scheinproblemen zu attackieren versucht.
Hille
E-Mail vom 13. März 2002:
Sehr geehrter Herr Doktor Hille,
Es freut mich immer Reaktionen auf Artikel zu bekommen, entschuldigen Sie die spaete Antwort.
Ich finde aber ein Problem in Ihrer Argumentation ist, dass Sie an der Gravitation "beweisen" wollen, dass etwas ohne Zeitverzoegerung geschieht. Ich gebe ihnen recht, dass zwingende Beweise fuer das Gegenteil ebenso fehlen, wenn Sie den indirekten Nachweis von Gravitationswellen ueber verlangsamende Pulsare nicht akzeptieren, was ich durchaus verstehen kann.
Dennoch ist Einstein's Theorie der Gravitation fuer mich ein sehr schoenes Konstrukt, und dass die Newtonsche so nicht funktioniert, halte ich fuer ausreichend gezeigt. Es ist also wohl in fast allen gaengigen Theorien auch bei der Ausbreitung der Gravitation eine endliche Geschwindigkeit feststellbar.
Mit freundlichen Gruessen
Gregor WeihsE-Mail vom 14. März 2002:
Sehr geehrter Herr Doktor Weihs,
vielen Dank für Ihre Antwort, die ja auch nicht so selbstverständlich ist.
Ich kann ja nicht beweisen, dass Gravitation ohne Zeitfaktor ist, was ich auch nicht für entscheidend halte. Entscheidend halte ich dagegen, dass Körper sich mittels der Gravitation als ein Ganzes verhalten: die kosmische Ordnung ist ja wohl der größtmögliche Beweis, das es so ist, der ja überhaupt denkbar ist. Warum also den Gedanken der Ganzheit nicht auch bei den kleinsten "Körpern" gelten lassen, wenn es alle großen schon vormachen?
Die Forderung, der Wirkmechanismus müsste erklärt* werden, ist zwar verständlich und wünschenswert wäre es schon, wenn das möglich wäre. Aber sie als Kriterium zu benutzen, um das Phänomen irgendwie in Frage stellen zu können, sehe ich als ein Weiterwirken der Einsteinschen Ablehnung, die Fakten der Quantenmechanik anzuerkennen, was nach einem dreiviertel Jahrhundert für mich ein Anachronismus ist. Diese fast schon unendliche Fortsetzung einer negativen Einstellung zu unerwünschten, weil unverstandenen Fakten, halte ich für ein ernstliches Problem der Physik, da sie nicht dem Geist der Wissenschaftlichkeit entspricht.
Mit freundlichen Grüßen
Helmut Hille
*Das so neutral klingende Wort "Erklärung" meint immer eine mechanistische Erklärung im Sinne Einsteins. Was nicht in seinem Sinne "erklärt" werden kann, muss ein Irrtum sein, "weil nicht sein kann, was nicht sein darf." Die ganze relativistische Erklärerei betrifft "Probleme", wie z.B. das der Gleichzeitigkeit, die sich bei einer vorurteilsfreien Sicht entweder gar nicht ergeben oder Fakten, die ohne Wenn und Aber einfach akzeptiert werden müssen.
Wäre die Gravitation von einem Zeitfaktor abhängig, würde bei einer Änderung von Relationen oder Massen das Verhalten der Körper den tatsächlichen Machtverhältnissen hinterherhinken und beim Überschreiten der Grenzgeschwindigkeit würden Körper sogar ganz aus ihrem Gravitationsverbund fallen. M.E. hat man solche Konsequenzen noch nie beobachtet. Georg Galeczki, von mir in den E-Mailaustausch mit Gregor Weihs einbezogen, schickte ihm (auf deutsch) dazu den nachfolgend abgedruckten englischsprachigen Anhang, der sich die Übersetzung von Peter Hille anschließt. (Infolge eines Schlaganfalls konnte Georg Galeczki die angekündigten Referenzen nicht mehr schicken.)
E-Mail vom 21. März 2002
Betreff: Der Zeitfaktor in der Gravitation
Lieber Herr Weihs,
in dem Anhang werden Sie einige zutreffende Argumente der 'beobachtbaren Konsequenzen' bezüglich [der Ausbreitung der Gravitation] finden. Da Sie die 'unstetigen Änderungen' des Feldes erwähnt haben, werde ich nächstes Mal Referenzen zu den Arbeiten von Waldyr Rodriguez, Jr. (Campinas, Brasil) ueber "X-pulses" schicken.
MfG
Georg GaleczkiThe fundamental difference between gravity and electricity is manifested in the everyday presence of all kinds of electromagnetic waves and in the total absence of gravitational waves. Gravitational interaction is apparently instantaneous, as reluctantly assumed by Newton and latter suggested by many researchers from Laplace to Eddington and Van Flandern. Indeed, from the astronomical evidence within the solar system, Laplace concluded that the speed of propagation of gravity has to be at least 108c. This limit has been pushed to 1010c in the last years by Van Flandern, thus strongly suggesting instantaneous propagation of gravity. To quote Van Flandern: "Anyone with a computer and an orbit computation or numerical integration software can verify the consequences of introducing a delay into gravitational interaction. The effect on computed orbits is usually disastrous because conservation of angular momentum is distroyed. Expressed less technically by Sir Arthur (Eddington), this means: ´If the Sun attracts Jupiter towards its present position S, and Jupiter attracts the Sun towards its present position J, the two forces are in the same line and balance. But if the Sun attracts Jupiter towards its previous position S´, and Jupiter attracts the Sun towards its previous position J´, when the force of attraction started out to cross the gulf, then the two forces give a couple. This couple will tend to increase the angular momentum of the system. And, acting cumulatively, will soon cause an appreciable change of period, disagreeing with observations if the speed is at all comparable with that of light.
Der grundlegende Unterschied zwischen Gravitation und Elektrizität ist in der alltäglichen Gegenwart aller Arten elektromagnetischer Wellen und im vollkommenen Fehlen von Gravitationswellen manifestiert. Gravitationale Interaktivität ist augenscheinlich instantan, wie von Newton widerstrebend angenommen und später von vielen Forschern von Laplace über Eddington und van Flandern* vorgebracht. In der Tat hat Laplace aus der astronomischen Evidenz innerhalb des Sonnensystems geschlossen, dass die Verbreitung der Schwerkraft zumindest 108c betragen müsse. Diese Begrenzung wurde von van Flandern in den letzten Jahren auf 1010c erweitert, womit er also sehr deutlich instantane Verbreitung von Gravitation nahegelegt hat. Um van Flandern zu zitieren: "Jedermann mit einem Computer und einer Orbitberechnung oder einer numerischen Integrationssoftware kann die Konsequenzen verifizieren welche sich aus der Einbringung einer Verzögerung in die gravitationale Interaktion ergeben. Die Auswirkung auf berechnete Orbite ist für gewöhnlich verheerend, da der Erhalt der Winkelbeschleunigung zerstört wird." Sir Arthur (Eddington) erläutert dies weniger technisch wie folgt: "Wenn die Sonne Jupiter zu ihrer gegenwärtigen Position S hin anzieht und Jupiter zieht die Sonne zu seiner gegenwärtigen Position J hin an, dann befinden sich die Kräfte auf der selben Linie und (in) Balance. Wenn die Sonne hingegen Jupiter zu ihrer vorhergehenden Position S' hin anzieht und Jupiter zieht die Sonne zu seiner vorhergehenden Position J' hin an, als die Anziehungskraft begann die Kluft zu überqueren, dann paaren sich diese beiden Kräfte. Diese Paarung wird dazu neigen die Winkelbeschleunigung des Systems zu vergrößern. Und, somit kumulativ wirkend, wird sie bald eine merkbare Veränderung der Zeitdauer/Periode herbeiführen, welche nicht mit den Beobachtungen übereinstimmt, wenn denn die Geschwindigkeit überhaupt mit der des Lichtes vergleichbar ist."
(ins Deutsche übertragen von Peter Hille)Das Fehlen eines Zeitfaktors bei der Gravitation hat mit der Verschränkung aller Materie des Kosmos durch den Urknall zu tun. Siehe hierzu inbesondere "Gravitation und Quantenphysik" im Vorwort von I/B5 meiner "Gedanken zur Gravitation".
Als mündige und weltoffene Bürger sollten wir unsere inhaltlichen Überzeugungen ohne jede Ängstlichkeit immer unter Revisionsvorbehalt stellen können, wollen wir nicht die Knechte sondern die Herren unserer Meinungen sein. "Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut." (Perikles)
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