1"Die relative Zeit, die unmittelbar sinnlich wahrnehmbare und landläufig so genannte, ist ein beliebiges sinnlich wahrnehmbares und äußerliches Maß der Dauer, aus der Bewegung gewonnen ..." (I. Newton, Principia, Scholium der Definitionen, Pkt. I.). Entscheidend ist, daß Newton die Zeit nicht als eine Sache behandelt hat, wie das heute üblich ist, sondern als ein Maß, also als etwas vom Geist Gesetztes. Dem mathematischen Ideal einer stetigen Zeit als Maß soll der Gang von Uhren möglichst genau entsprechen. Aber immer gilt es zwischen dem ideellen, in Normenausschüssen beschlossenen Maß und seinen Einheiten und dem materiellen Hilfsmittel des Messens, im hier besprochenn Fall der Uhr, zu unterscheiden, will man überhaupt wissen und verstehen, von was man spricht.
Die digitale Uhr unterhalb des Titels zeigt mit UTC die koordinierte Weltzeit (Näheres s. Langtext von I/A6 "Messen als Erkenntnisakt/4. Das Maß der Dauer"). Beide obige Maßstäbe - die digitale Uhr und das Lineal - belegen die nicht aufhebbare Verschiedenheit zeitlicher und räumlicher Maße: zeitliche Maße (Maße der Dauer) werden uns nacheinander, räumliche Maße (Maße der Länge) werden uns nebeneinander und damit zugleich gegeben. Die Dauer ergibt sich dabei aus der Differenz zweier Zeitpunkte, gleichsinnig wie sich die Länge aus der Differenz zweier Raumpunkte ergibt. Gleich ist beiden Maßstäben ihre maßgebende Funktion. Mehr ist sowohl über die Verschiedenheit, als auch über die Einheit der Größen Raum und Zeit nicht zu sagen, noch zu sagen nötig.
Einsteins relativistische Lehre ist der Versuch, geistige Größen - auch alle physikalischen Größen sind geistige, vom Geist des Menschen gesetzte Größen - als materiell existierend hinzustellen, um im Sinne des Physikalismus eine geistige Rolle des Beobachters zu erübrigen. Alles Existierende wäre angeblich rein materiell bzw. ein Abbild des Materiellen: Das Sein bestimmt das Bewußtsein. Hat man dieses dem Zeitgeist des 19. Jahrhunderts entsprungene Motiv Einsteins erkannt, versteht man die Absicht seiner Anhänger, Fakten entsprechend auszulegen, sei diese Auslegung auch noch so fadenscheinig. Es geht ihnen eben nicht um Wissenschaft sondern um den anhaltenden Versuch, mit wissenschaftlich erscheinenden Argumenten die materialistische Doktrin physikalisch zu untermauern. Daher auch immer die Gleichsetzung materieller Uhren mit der ideellen Größe Zeit, die aber dem Menschen einzig durch sein Erinnerungs-Vermögen geschenkt wird. Denn ohne das Erinnern eines Lebewesens gibt es weder Zeit, noch Bewegung, sondern immer nur den gegenwärtigen Augenblick, wie dies schon die Eleaten und die Mystiker lehrten. Das ist es, was es zu verstehen gilt! Wer immer sagt, Uhren würden die Zeit messen, hat weder verstanden was die Aufgabe einer Uhr ist, noch was sie antreibt, noch was ein Meßvorgang ist oder er ist auf Täuschung seines Publikums aus. Messen kann nur ein zur Kognition fähiges und daher lebendiges Wesen!
Es gibt ihn also noch den Unterschied zwischen Menschen und Uhren und wir sollten ihn uns nicht ausreden lassen, wollen wir, statt verständnislos auf unsere Messwerkzeuge zu schauen, uns die Freiheit des Geistes bewahren, der sich z.B. Größen und ihre Einheiten so definiert, wie er sie braucht!
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