Missverstehen wir uns gründlich


Eines der größten Missverständnisse der modernen Wissenschaftsgeschichte
neu:  Einstein als Zwilling - mit: In eigener Sache

Ruhe und Bewegung als Kriterium

Wie Einstein sich gründlich selbst missverstand

"Es liege ein Koordinatensystem vor, in welchem die Newtonschen mechanischen Gleichungen gelten. Wir nennen dies Koordinatensystem zur sprachlichen Unterscheidung von später einzuführenden Koordinatensystemen und zur Präzisierung [!] der Vorstellung das "ruhende System"." (Einstein 1905 in "Annalen der Physik" "Zur Elektrodynamik bewegter Körper", §1. Definition der Gleichzeitigkeit) Die "Ruhe" ist dabei der Grenzfall der Bewegung mit v = 0.

Bei Newton ist ein solches System dadurch gegeben, dass es frei ist von äußeren Kräften, aber auch dann, wenn alle Teile eines hinreichend kleinen Systems der gleichen Kraft unterliegen, z.B. der Schwerkraft, wodurch es zu keinen Relativbewegungen von Teilen innerhalb des Systems kommt, wie im freien Fall einer Raumstation. Um den Begriff der "Kraft" zu vermeiden, wich Einstein auf den Ruhebegriff aus, dem es in der Physik jedoch an Objektivität und damit an Verifizierbarkeit fehlt! Nicht ohne Grund wollte Popper die Wissenschaftlichkeit einer Theorie an ihrer Verifizierbarkeit festmachen.

hier ruhe ich, aber ich kann auch anders - Zeichnung: H. Stegmann

Wenn Opa auf dem Sofa liegt wie Helmut in der Sonne, dann sagen wir, dass er ruht, selbst wenn er dabei sein Pfeifchen raucht oder die Zeitung liest. Steht er jedoch auf und geht in die Küche, dann sehen wir ihn als "bewegt". Auch beim Ruhen hat er sich vielleicht bewegt, z.B. seine Hände beim Umblättern der Zeitung oder beim Lesen die Augen. Doch tatsächlich "bewegen" tut er sich in unserem Verständnis in der Regel erst dadurch, dass er den Ort seines Aufenthalts wechselt, so wenn er in die Küche geht, um aus dem Kühlschrank ein Bierchen zu holen.

Im Sinne von Ortswechsel spricht man auch in der Physik von der Bewegung eines Objekts. Eine solche Rede setzt daher immer Orte voraus, um die Lage eines Objekts und die Änderung der Lage beurteilen zu können. Doch während ein lebendiges Wesen natürlicherweise in der Regel sich dazu willentlich seiner Muskeln bedient, wobei es auch Energie verbraucht, was ein objektives Kriterium wäre, ist dies bei natürlichen physikalischen Objekten nicht der Fall. Weder haben sie Bewegungsorgane, noch einen Bewegungswillen, noch verbrauchen sie dabei Energie, noch haben sie stets einen natürlichen Ort, an dem sie sich aufhalten. Die Rede von "Ruhe" und "Bewegung" ist bei Objekten der Physik also immer nur eine metaphorische ohne realen Hintergrund. Erst unsere am Lebendigen geübte Sehgewohnheit setzt sie mit Orten in Verbindung und lässt sie uns beim Ortswechsel als "ruhend" oder "bewegt" erscheinen - je nachdem, welchen Körper wir auf welchen beziehen, z.B. die Sonne optisch auf die Erdoberfläche oder in Gedanken die Erde auf die Sonne. Das ist die wahre Relativität der Bewegung, ihre Abhängigkeit von unserer Seh- bzw. Denkgewohnheit!

So ist es kein Wunder, dass bei Einsteins reisenden Zwillingen an den Zwillingen selbst kein Merkmal zu finden ist, durch das sie sich objektiv voneinander unterscheiden. Beide befinden sich physikalisch im gleichen Zustand! Daher ist es auch nicht möglich objektiv zu bestimmen, welcher "der ruhende" und welcher "der bewegte" der beiden ist, der bei hoher Geschwindigkeit weniger altert und der bei Lichtgeschwindigkeit sogar das ewige Leben erreichen würde. Und wie schnell würden die Zwillinge gar dann altern, wenn eine Vielzahl, zu ihnen unterschiedlich schnell bewegter Beobachter sie taxiert??? Müssten sie dann nicht auch eine Vielzahl von Lebensaltern haben? Ja, müsste ein Zwilling nicht sogar viel schneller altern, sobald die Raumzeit sich nicht dehnt sondern staucht, weil Beobachter sich ihm schnell nähern (während er für den parallel mitreisenden Beobachter "normal" altert)? Da ist es für die Ordnung der Dinge nur gut, dass die Sehgewohnheit von Beobachtern weder physikalische noch biologische Effekte erzeugen können - das wäre ja auch Magie - sondern dass physikalisch jeder Körper solange in seinem Zustand verharrt, wie keine vor Ort anwesende rein physikalische Kraft auf ihn einwirkt, und dass biologisch das Altern von Lebewesen von ihren Genen bestimmt wird und nicht von irgendwelchen Zufallsgeschwindigkeiten, was ja absurd wäre.

Physikalisch sah das auch Einstein so, schrieb er doch in seiner oben zitierten Arbeit von 1905 zuvor einleitend: "…daß dem Begriffe der absoluten Ruhe ["absolut" = der Sache objektiv selber zukommend] nicht nur in der Mechanik, sondern auch in der Elektrodynamik keine Eigenschaften der Erscheinungen entsprechen, ... wie dies für die Größen erster Ordnung bereits erwiesen ist." Ein Eindruck jedoch, der - wie es sogar Einstein für "erwiesen" hielt! - keiner Eigenschaft der Erscheinungen entspricht, sondern der als Ruhe-Eindruck nur im Kopf des Beobachters aufscheint, sobald er Dinge miteinander in Beziehung setzt, kann natürlich real auch nichts bewirken und kann somit auch kein Gegenstand der Physik sein, wodurch alle folgenden Ausführungen Einsteins in seiner "Elektrodynamik bewegter Körper" mit dem Argument der "Ruhe", weil im Gegensatz zu seiner ersten richtigen Feststellung stehend, gegenstandslos sind und zu den Akten gelegt gehören. Man kann also Einstein nicht nur mit einem Satz widerlegen, sondern sogar mit seinem eigenen! Insofern bin auch ich ein Anhänger Einsteins. (s. unten: "Einstein als Zwilling)

© HILLE 2005


Eines der größten Missverständnisse der modernen Wissenschaftsgeschichte

Es ist die Überzeugung vieler sich für fortschrittlich haltender Menschen, die Relativitätstheorie und die Quantenmechanik hätten das menschliche Denken aus dem engen Korsett eines mechanistisch-deterministischen Weltbildes befreit, für das die Namen Descartes und Newton stünden. Auch Heisenberg glaubte dies von seiner Mechanik zuerst selbst, wie mir C.F.v. Weizsäcker persönlich berichtete. Dabei war es gerade das große Verdienst der beiden Naturphilosophen Descartes und Newton erkannt zu haben, dass Körper ihre Trägheit "soviel an ihnen liegt" bzw. "von sich aus" haben und sie nicht von Gott (bei Einstein "die fernen Fixsternmassen") verliehen bekommen. Ihre Physik war also gerade nicht deterministisch im Sinne von Fremdbestimmung, folgte keinem Ismus, sondern ließ die Kräfte dort, wo wir sie einzig wahrnehmen können, nämlich bei den Dingen selbst. Ihr Weltbild war ein realistisches und kausales, in dem sich die Partner gemäß ihren eigenen Wirkmöglichkeiten entfalten, so wie dies ja auch das Ideal eines freiheitlichen demokratischen Staates ist. Aber einem im autoritären Zeitgeist aufgewachsenen Denker wie Einstein war jede Eigenmächtigkeit suspekt und er bestritt bis aufs Messer, dass Gott irgendetwas den Dingen selbst oder dem Zufall überlassen würde, ja, er fragte sich, "ob (selbst) Gott bei der Erschaffung der Welt eine Wahl hatte." Dabei ist der Zufall das auslösende kreative Moment der Schöpfung, der in seinem Gesetz erstarrte nicht würfelnde Gott Einsteins das Symbol geistigen Stillstands von Ewigkeit zu Ewigkeit, die Spezielle Relativitätstheorie dazu passend der Versuch, ein unerwünschtes Faktum auf das Wunschergebnis hin zu relativieren, um nicht umdenken zu müssen. Auch den Menschen sah er nicht in der Verantwortung für sein Denken und Tun, da er einem Stein vergleichbar "nach äußerer und innerer gesetzlichen Notwendigkeit handelt". Und ein solcher Mann mit seiner an ein mythisches Denken der Vorzeit erinnernden Lehre wird als Überwinder des Determinismus gefeiert, den er selbst erst auf die Spitze getrieben hat! Verkehrter geht es wohl nicht! Aber es ist nur eines von vielen Missverständnissen von und um Einstein. Man muss schon keine Ahnung von Physikgeschichte haben, um das alles glauben zu können, wofür heute der Name "Einstein" steht. Oder man möchte sich vom sorgfältigen und mühsamen Bedenken von Ursache und Wirkung verabschieden und in Denkökonomie lieber einem freien Phantasieren folgen. Da ist man allerdings bei Einstein gut aufgehoben, dem Phantasie wichtiger war als Wissen, "denn Wissen ist begrenzt."

© HILLE 2002
Juli 2008 ergänzt


Einstein als Zwilling

Einstein als Aufsicht in einer Klausur in Princetown. Ein Student meldet sich: "Herr Professor, das sind ja die selben Fragen wie im vorigen Semester!" Einstein: "Haha, die Fragen sind wohl die selben. Aber die Antworten sind diesmal andere."

Einstein empfand verschränkte Quanten als "Spuk", den er keinesfalls akzeptieren mochte, schon weil bei ihren synchronen Verhalten die Lichtgeschwindigkeit keine Rolle spielt. Dabei ist er mit seiner Relativitätstheorie von genau solchen instantanen unvermittelten Fernwirkungen ausgegangen, die jedoch nichteinmal physikalischer Art sind. Es würde genügen, dass ein Beobachter ein Objekt als "bewegt" einstuft, um dessen Eigenschaften sofort massiv zu verändern. Es lebe das magische Zeitalter! Einstein konnte nicht zwischen dem Beobachter und dem Beobachteten unterscheiden und meinte daher, für Lebewesen und Dinge gelte, was ein Beobachter sieht. Mit Mach hielt er den Augenschein für besonders objektiv, der aber eben nur ein Schein ist. Wer in Selbstblindheit keine Rolle des Beobachters wahrnimmt, kann dann auch nicht zwischen Schein und Sein unterscheiden - das ist Einsteins eigentliches Problem, das er aber nicht als solches wahrnahm, weil der Neopositivismus Machs diesen Mangel zur Tugend erklärt hatte!

Erst war Einstein richtigerweise strikt gegen Fernwirkungen, zugleich aber machte er "die fernen Fixsternmassen" für die örtliche Trägheit verantwortlich (machsches Prinzip) und argumentierte mit Relationen zu beliebig entfernten Beobachtern. Erst sagte er, dass es auf die Relativbewegungen ankommt, dann rechnete er mit den Lorentztransformationen v einfach weg. Erst sagte er fälschlich, dass die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum immer konstant ist und machte diese Aussage zur Grundlage seiner "speziellen" RT, dann sagte er 1915 wieder richtig, und wie schon Physiker vor ihm, dass auch Licht durch Schwerkraft von der geraden Bahn abgelenkt, also beschleunigt wird, wie jedes andere physikalische Objekt auch, was selbstverständlich ist. In Einsteins Terminologie jedoch: das Licht eilt mit konstanter Geschwindigkeit unbeirrbar geradeaus, nur der Raum ist "gekrümmt" und die Zeit "relativ", weshalb es ja ein wichtiges Anliegen von Relativisten ist, die Krümmung des Raumes und die Relativität der Zeit "zu beweisen", um die Konstanz zu retten, obwohl ein "gekrümmter Raum" von einer gekrümmten Bahn nicht zu unterscheiden ist und einzig mit konstanten Messmitteln nachvollziehbare Aussagen zur Konstanz und Nichtkonstanz eines Verhaltens möglich sind. - Licht ist in Einsteinscher Sicht etwas Heiliges, über das Wirken der schmutzigen Materie Erhabenes, sie dirigierend - es steht für den Deterministen Einstein stellvertretend für Gott und sein Wirken.

Zuerst wollte Einstein Mach folgen und Positivist sein, dann wollte er jedoch hinter die Dinge sehen und "dem Geheimnis des Alten" (Gottes) auf die Spur kommen. 0bwohl er nicht an einen persönlichen und strafenden Gott glaubte, sprach er echt kindlich von ihm, als gäbe es ihm: "Ich will wissen wie Gott diese Welt erschaffen hat.... Ich möchte seine Gedanken kennen - das übrige sind Details." Man kann fast nicht glauben, dass es immer derselbe Einstein sein soll, der da spricht. Die Physiker halten ihn auf diese Weise für einen Materialisten, hat er doch z.B. Raum und Zeit quasimaterialisiert, doch die Theologen sehen ganz richtig, dass er die Welt in Abhängigkeit von Gottes Gedanken sah und halten ihn für einen modernen Vorkämpfer ihrer Metaphysik. Freilich, wenn er sich auf "Gottes Standpunkt" berief, dann war es nicht Frömmigkeit, die ihn leitete, sondern nur der Wunsch, sich von der Verantwortung für seine aus dem Bauch heraus kommende Meinung frei zu halten - kannte er doch ihre Gründe nicht.

Einstein hat seine relativistischen Ideen anhand zweier Zwillinge erläutert, das sogenannte Zwillingsparadoxon, von denen der eine "reisen" würde und infolge der "Zeitdehnung" jünger bleibt. Da es aber vom Beobachter abhängt, welches von zwei relativ zueinander bewegten Objekten er als "das bewegte" ansieht, könnte man den durch das Reisen bewirkten Jungbrunnen des einen genau so für den daheim gebliebenen als wirksam ansehen, denn es gibt ja kein objektives Merkmal an den Zwillingen selbst, das sie zu Reisenden oder zu Ruhenden macht (ein Mensch kann reisen und zugleich dabei im Reisemittel ruhen, was sogar die Regel ist), ganz abgesehen davon, dass es im ganzen Kosmos infolge seiner Dynamik keinen Punkt der Ruhe gibt. Es ist ja nur der Beobachter, der Objekten eine dieser Eigenschaften entsprechend seiner am Lebendigen erprobten Sehgewohnheit zu seinem eigenen Verständnis direkt oder mittels eins von ihm gewählten Bezugssystems zweckmäßig zuteilt, was eben die von Einstein nicht verstandene Relativität der Bewegung ausmacht. Die unbelebte Natur selbst jedoch, um die es in der Physik gehen muss, ist blind und unwissend, verharrt von sich aus nur in ihrem Zustand (Newton) bzw. wechselwirkt bei Kontakt, ist also zeitlos und altert daher von sich aus sowieso nicht. Das Sehen von Relationen aller Art als das Herstellen von Verknüpfungen ist eine geistige Leistung des Beobachters, auch wenn sie zumeist spontan geschieht. (Und das Altern eines Lebewesens wird von seinen Genen und seiner Lebensweise gesteuert und von sonst nichts, was auch ein Physiker wissen müsste.) Es ist daher völlig ausgeschlossen, dass es relativistische Effekte geben kann, auch wenn in einem relativistischen Modell solche beschreib- und berechenbar sind, was jedoch noch nichts über ihre Existenz beweist. Modelle sind entweder brauchbar, teilweise brauchbar, gar nicht brauchbar oder gar schädlich - aber mehr eben nicht.

Genauso widersprüchlich war Einstein in Bezug auf die Kausalität. Von Ernst Mach angestiftet, wollte er bei seiner RT von Kausalität nichts wissen, obgleich sie das Herzstück jeder physikalischen Betrachtung sein muss, und wich auf kinematische Beschreibungen aus, nannte jedoch seine Schrift von 1905 "Zur Elektrodynamik bewegter Körper". Doch was bleibt von einer Dynamik, wenn man von Ursachen und Kräften absieht? Hier stimmt doch schon der Titel nicht. Von den Quantenmechanikern dagegen verlangte er später vollständige Ursachen für das Verhalten der Quanten, obgleich diese Physiker gezeigt hatten, dass die Anfangsbedingungen des Verhaltens von Quanten nie vollständig aufgeklärt werden können, weil im Mikrokosmos schon jede Messung als Wechselwirkung unvermeidlich eine Störung ist. Die Unschärfe ist also keine Eigenschaft der Quanten, sondern eine unseres unvermeidlich unvollständigen Wissens, was zu verstehen der geringste Sachverstand eines Hauptschülers genügt, dem er von seinem Physiklehrer noch nicht ausgetrieben wurde.

Einstein gilt vielen als Vorbild bei der Suche nach der Einheit der Physik. Doch diese lebenslange Suche war lediglich Ausdruck seiner inneren Not, hat doch keiner diese Einheit so gründlich und anhaltend zerstört wie er. Infolge seines Materialismus zerfiel gerade für ihn die Realität in so viele Teil-Wirklichkeiten, wie es physikalische Größen einschließlich der Ordnungsmuster Raum und Zeit gibt, deren wichtige Einheit er in seiner SRT zusätzlich auch noch "in unendlich viele, relativ zueinander gleichförmig geradlinig bewegte Bezugssysteme, die man Inertialsysteme nennt" (Born, Die RT Einsteins) zerfallen sah, weshalb er ja so verzweifelt die Einheit der Physik suchte, die er glaubte mit übergreifenden Gleichungen herstellen zu können. Doch alle Mess-Größen sind nur Teil-Aspekte, unter denen Menschen mit der für sich einen und ganzen Realität umgehen, um sie zu beherrschen, und keine Sachen. Raum und Zeit sind darüber hinaus auch noch mentale Ordnungsmuster der Orientierung. Wir orientieren uns daher nicht in Raum und Zeit sondern mit Raum und Zeit in einer selbst ort- und zeitlosen Welt. Die kaum zu überschätzende Rolle des Beobachters in allem Wahrnehmen, Denken und Tun zu erkennen heißt, auch dies zu verstehen und gelassen zu bleiben.

Ebenso schizophren wie bei der Kausalität argumentierte Einstein bei der Schwerkraft. Einerseits warf er Newton bei der Schwerkraft fälschlich die Annahme von Fernwirkungen vor, andererseits behauptete er, die Masse eines Körpers würde "den Raum krümmen", was dann gerade erst eine aktive Fernwirkung wäre. In Newtons Principia in Definition VIII heißt es jedoch: "Die beschleunigende Kraft soll auf den Ort des Körpers zurückgeführt werden als eine Wirkfähigkeit, die vom Mittelpunkt über die einzelnen Orte der Umgebung verteilt ist…", was die Beschreibung eines permanent existierenden Feldes ist. Körper waren also bei Newton nicht die Ursache ihrer Schwerkraft, sondern nur deren Mittelpunkt. Sie ist quasi eine zweite Eigenschaft ihrer Materie und keine von ihr getrennten Entität. Daher halte ich Einsteins Beschreibung für verfehlt, da es weder eine Sache Raum, noch eine Sache Masse gibt. Masse ist nur das Maß eines mechanischen Widerstands, den wir aufgrund der Trägheit der Materie erfahren und mit dessen Hilfe wir ihre Menge bestimmen können, z.B. beim Wiegen. Und Raum ist erfahrungsgemäß gerade immer dort, wo nichts ist.

Ganz ähnlich verhält es sich bei seinem Versuch, Newtons "absoluten Raum" zu erübrigen, denn Einstein wollte nicht hinnehmen, dass der absolute Raum - seiner Meinung nach - zwar Wirkungen ausübt, aber keine erleidet. Aber Newtons absoluter Raum ist ein frei von physikalischen Einflüssen gedachter rein mathematischer Raum physikalischer Größen. Denn nur wenn Messgrößen immer und überall dieselben also sind, also "absolut" gelten, kann es einen Vorgang geben, der das Prädikat "messen" verdient. Während also Newton für seine Physik keinen absoluten Raum brauchte, schon weil seine Dynamik die Größe v herausfallen lässt, und nur mit der aus der Differenz von Relativgeschwindigkeiten sich ergebenden objektiven Größe Beschleunigung arbeitet, sind Einsteins kinematische Gleichungen auf ein absolutes Bezugssystem angewiesen, soll die Größe v nicht beliebig sein. Dazu Max Born in "Die Relativitätstheorie Einsteins": "Einsteins spezielle Relativitätstheorie beseitigt also nicht* den Newtonschen absoluten Raum in dem eingeschränkten Sinn, den wir diesem Wort früher gegeben haben. Sie stellt gewissermaßen nur für die ganze Physik einschließlich der Elektrodynamik denjenigen Zustand her, den die Mechanik seit Newton hatte." Aber Newtons Mechanik benötigte den absoluten Raum als physikalischen Raum gerade nicht, weil in ihr alle Körper ihre Trägheit von sich aus haben (Newton, Principa, Definition III), während der Determinist Einstein meinte, die Körper müssten von irgendetwas Fremden gehalten werden, um Einwirkungen Widerstand leisten zu können, weshalb er seine fälschliche Annahme wiederum fälschlich auch beim Realisten Newton sah, ihm das dann auch noch vorwarf und sich dabei sehr schlau vorkam. Verkehrter geht es wohl nicht! Mir erscheint Einsteins Physik und Argumentation von Anfang bis Ende als eine Ansammlung von Verkehrtheiten, wie sie gröber kaum sein können. Zu der gröbsten kommen wir jetzt.
*Betonung im Original

Wer Gegensätzliches behauptet, hat natürlich dann einmal zwangsläufig Recht, was das Geheimnis von Einsteins "Weisheit" ist. Aus den vergeblichen Versuchen von Michelson und Morley, eine Bewegung der Erde durch den Äther nachzuweisen, zog Einstein zuerst den naheliegenden Schluss, dass es keinen Äther gibt. Der andere Einstein in ihm sagte jedoch, es müsse an den Messmitteln gelegen haben, die sich der Erdbewegung so angepasst hätten, dass die Erdbewegung nur nicht gemessen werden konnte, was als Spezielle Relativitätstheorie bekannt wurde. In seiner berühmten Schrift von 1905 heißt es dazu am Beginn des 2. Absatzes: "Beispiele ähnlicher Art, sowie die mißlungenen Versuche, eine Bewegung der Erde relativ zum "Lichtmedium" zu konstatieren, führen zu der Vermutung, daß dem Begriffe der absoluten Ruhe nicht nur in der Mechanik, sondern auch in der Elektrodynamik keine Eigenschaften der Erscheinungen entsprechen,...". Später bestritt ein wieder anderer Einstein, von den "mißlungenen Versuchen" zur "Konstatierung" des "Lichtmediums" bei Abfassung der Schrift etwas gewusst zu haben, weil ja dann der ganze Zweck der Theorie, die Manipulierung von Daten auf das Wunschergebnis hin, zu offensichtlich gewesen wäre. In den folgenden Abschnitten des Textes argumentierte einer der Einsteins gerade ständig mit der "Ruhe", die zuvor richtig als "keine Eigenschaften der Erscheinungen" erkannt worden war, weil sie nur im Kopf des Beobachters existiert, und die somit auch nichts bewirken kann. War also Einstein ein Zwilling oder gar Drilling seiner selbst in einer Person, die nichts voneinander wussten? "Hat A.E. nicht mal gesagt, dass er seine eigene Theorie nicht verstünde? Oder war es die von seinem Zwilling?" (Hans Deyssenroth) Oder wie Hartwig Thim mir schreibt: "Lieber Helmut! Ja, Einstein hat so viel Unsinn produziert, den ein Mensch alleine gar nicht schaffen kann, daher brauchte er noch Zwillinge, die ihm halfen. Diese Einstein-Drillinge haben viel Schaden angerichtet..." Da sollte Einstein wohl besser Zweistein oder Dreistein heißen! Wenn Einstein das stets beachtet hätte, was er von den anderen Physikern forderte oder ihnen vorwarf, wäre der Physik viel Verwirrung erspart geblieben. Aber natürlich: wer sich verwirren lässt ist selber schuld. Und wer über so offensichtliche Widersprüche, wovon ich hier einige aufgezählt habe, stillschweigend hinweg geht, dem fehlt es entweder an der Gewissenhaftigkeit, die von einem Wissenschaftler erwartet werden muss, oder er will sie aus Autoritätsgläubigkeit oder Eigeninteresse nicht wahrhaben.

In eigener Sache: Da die anonyme wissenschaftsgläubige Seite esowatch als selbst ernannte Hüterin des Einsteinkults meine kritischen Argumente zu Einsteins Auffassungen weder verstehen geschweige entkräften kann, erklärt sie sich diese billig mit einer angeblichen Abneigung von mir gegenüber Einstein. Warum aber sollte ich eine solche haben? Ich weiß, dass er als Aspergerautist sich für seine Überzeugungen nicht verantwortlich fühlte, weshalb er sich ja oft auf "Gottes Standpunkt" berief - in der Wissenschaft ein verfehltes Argument. Es geht mir einzig darum, rein sachlich die Physik vom irrigen Gebrauch der Begriffe zu befreien, den sie sich durch eigene Sorglosigkeit eingehandelt hat, wobei ihr Einsteins "Genie" als willkommenes Alibi dient, das deshalb stets hochgehalten werden muss. Meine persönliche Einstellung zu Einstein s. meinen posthumen Brief an Albert Einstein am Ende der nachfolgenden Datei I/B8a "Rätselhafter Einstein".

      Wissenschaft ernst zu nehmen, heißt als erstes ihre Sprache ernstzunehmen, will man sich denn wirklich verständigen, was angesichts der heutigen Weltprobleme nötiger denn je ist. Ein gedankenloses Daherplappern im eingeübten Jargon, das nicht zwischen physikalischen Größen und physikalischen Gegenständen unterscheidet, also gar nicht weiß, um was es überhaupt geht, mag zwar bei Prüfungen an der Uni (und bei esowatch) Punkte bringen - mehr aber auch nicht. esowatch behauptet so irrig wie immer, um Einstein Autismus attestieren zu können, müsste man Mediziner sein, obwohl Autismus m.E. keine Krankheit ist, die man am Körper diagnostizieren muss, wie Fettleber oder Fußpilz, sondern eine mentale Besonderheit, die jedermann erkennen kann, der sich ernsthaft mit dem Denken und Verhalten einer Person auseinandergesetzt hat und der weiß, was Autismus ausmacht, was beides bei den esowatch-Leuten offensichtlich nicht der Fall ist. Um einen Affen als Affen zu erkennen, muss man ja auch kein Zoologe sein. Was Einsteins autistisches Verhalten betrifft siehe die Auszüge aus einer Einsteinbiographie auf I/B7a im Anhang 2 "Einstein als Autist", welche Einstein selbst und die Menschen zitiert, die ihn am besten kannten und wo jedes einzelne Zitat zumindest einen ausreichenden Verdacht auf Autismus abgibt. Abgesehen davon haben die führenden Autismusforscher der Welt in der TV-Sendereihe von 2006 "Expedition ins Gehirn" (s. II/15 Autismus als Forschungsgebiet) die Sendefolge über den Aspergerautismus ausdrücklich "Der Einstein-Effekt" genannt, weil es keinen besser dokumentierten und bekannteren Aspergerautisten gibt als den Medienliebling und Vielschreiber Einstein. Da aber Einsteinanhänger so selbstblind wie ihr Meister sind, sonst wären sie ja nicht seine Anhänger, wollen sie natürlich dessen Defizite nicht wahrhaben, geschweige erkennen.

Unter den Blinden ist der Einäugige König, unter den Physikern der blindeste von allen.

      Zur Wissenschaft gehört es ganz wesentlich, auch unerwünschte Fakten zu akzeptieren. Aber schon Einsteins Spezielle Relativitätstheorie ist der Versuch, das unerwünschtes Faktum, dass Michelson keine Bewegung der Erde durch den Äther feststellen konnte, durch Relativierung der Messmittel in das Gegenteil zu deuten, sie ist also Antiwissenschaft, um Wissenschaft zu konterkarieren. Dies nicht begreifend ist die ganze Physikcommunity seit über 100 Jahren bemüht, mit unzähligen Tricks diese Antiwissenschaft zu "beweisen". Doch wenn die Lichtgeschwindigkeit tatsächlich unter allen Bedingungen "konstant" wäre, müssten Raum und Zeit sich nicht ständig dehnen, stauchen und verbiegen, um für den Beobachter eine Scheinkonstanz zu erzeugen. Doch warum sollten Raum und Zeit so etwas Unsinniges und Blödes tun, ganz abgesehen davon, dass es sich bei ihnen um mentale Ordnungsmuster handelt? Wie bekloppt oder unredlich muss man denn sein, um einen solchen haarsträubenden Unsinn zu verteidigen? Dazu passend fand ich im Kalenderblatt meiner Apotheke gerade folgendes "Zitat des Monats" für Juni 2009:

"Es ist unglaublich, wie viel Geist in der Welt aufgeboten wird, um Dummheiten zu beweisen."
Friedrich Hebbel (1813-1863), deutscher Dramatiker und Lyriker

      Freilich, viel Geist wird speziell bei esowatch nicht aufgeboten, für die - wahrscheinlich in freier Erfindung - bereits "jeder simple Elektromotor ein Beispiel für den Erfolg der Relativitätstheorie darstellt", die schon gebaut wurden, als noch niemand von Einstein wusste. Und um ganz sicher zu gehen, dass ich unglaubwürdig erscheine, versucht man mich noch durch obskure Andeutungen mit dem Antisemitismus in Verbindung zu bringen. Diese Art der Verleumdung ist vor allem in Deutschland sehr beliebt und immer das letzte Totschlagmittel, wenn sachliche Argumente fehlen, und entlarvt so sich selbst. In einer E-Mail vom 17. Januar 2009 wurden ich und mein Umfeld von einem dieser Leute sogar als "alte braune pestillenz" beschimpft. "alles antisemiten mit denen sie es zu tun haben." Das ist deren Niveau, vergleichbar mit der zügellosen Judenhetze im Dritten Reich. Wie schlimm muss es um die Physik bestellt sein, wenn derartige Demagogen und Hetzer sich zu ihrer Verteidigung berufen fühlen? Stimmen zur Seite esowatch finden Sie hier. Wenn auch nur etwas davon wahr wäre, was esowatch behauptet, hätten meine Texte sicher nicht so viele seriöse Institutionen verlinkt. Im "Das Lexikon der nächsten Generation" (!) von SPIEGEL WISSEN stehe ich beim Begriff "Physik" in den "Externen Links" nach den offiziellen Wissensanbietern wie MPG, CERN und Unis als erster Privater mit WEGE DES DENKENS an 7. Stelle mit dem Vermerk "Umfassende private Sammlung von Texten, die sich mit Themen rund um die Physik beschäftigen." Aber natürlich auch zu vielen anderen Themen.

© HILLE 2009

Zitat aus dem Internet: "Wissenschaftliche Aktivitäten können genauso fanatisch sein wie religiöse. Wissenschaftliche Gruppen können selbst religiöse Monopole "orthodoxer Wissenschaft" sein. Einsteins Idee von Raum und Zeit kann selbst zu einer heiligen Schrift werden, genauso wie die Schriften von Aristoteles, die im Mittelalter von den orthodoxen Kräften in Dogmen umgewandelt wurden, um alle neuen Ideen zu unterdrücken."

s. auch auf I/B5: Das Wort zum Einsteinjahr 2005 - Die Schwerkraft einmal nicht missverstehen

Einstein als Zwilling

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